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© andrea mattivi 2016
Sonnenseide ist ein Gedichteband. Erhältlich über Bookrix oder Amazon. Die viel schöner Version. weil mit Fotos versehen, erhältst du über Bestellung unter: info@belohorizonte.at
Stärke Drachenherz, der Weisheit Mut Nie gebändigt wilde Kraft Verbündet mit der Stärke Glut Ungezähmte Liebe schafft Gebe mich dem Feuer hin Denn ich liebe wie ich bin! (Aus dem Buch: Sonnenseide)
Die Mondrose Es war einmal vor vielen hundert Jahren in einem fernen Land ein kleines, aber wohlhabendes Königsreich. Der König und die Königin regierten weise und mit viel Liebe. Dem Paar wurden zwei Töchter geschenkt, schöne Mädchen, von anmutiger Gestalt und geschickt in allem was sie unternahmen. Ihr Wesen konnte jedoch unterschiedlicher nicht sein. Die ältere Tochter, Mira, war herrschsüchtig, grob, hochmütig und kaltherzig. Ein Schmuckstück berührte ihr Herz schon in jungen Jahren mehr als ein kleines Kätzchen, das kläglich nach seiner Mutter miaute. Das jüngere Mädchen, Mara, war sanft, scheu, einfühlsam und weichherzig. Stundenlang konnte sie im Garten dem Spiel der Schmetterlinge zusehen und war zufrieden. Als die Zeit für die Mädchen kam, einen Prinzen zu finden sprach Mira zu ihren Eltern: "Ich gebe mich nur mit einem besonderen Mann zufrieden. Jedem Werber will ich eine Aufgabe stellen und nur wer sie erfüllt, kann mein Gemahl werden. Der König und die Königin erklärten sich mit diesem Ansinnen einverstanden. "Und du, Mara, wie willst du dich entscheiden?" fragte die Königin. "Ich vertraue darauf, daß die Liebe mich finden wird, Mutter." Mira lachte laut, als sie diese Worte vernahm und spottete:" Vielleicht kommt sie ja in deinen Rosengarten geflogen oder begegnet dir auf einen Waldspaziergang. Du Einfältige, wirst schon sehen, Schmetterlinge und Zwerge werden sich bei dir bewerben!" Doch die Königin gab Mara ihren Segen. Viele junge Edelleute und Prinzen kamen an den Hof um Mira ihre Aufwartung zu machen, doch viele verloren den Mut angesichts der Aufgaben, die die Prinzessin stellte: "Prinz Grünling, geh in den Süden des Landes zur großen Wüste und begrüne sie. Du hast drei Monde Zeit. Und du Baron Feuerrot, fang mir einen Drachen und zähme ihn, damit ich auf ihm reiten kann. Herzog Weißfeder, suche mir einen Diamanten in der Größe meines Bettes. Prinz Buntwind, von dir möchte ich ein Kleid, gewebt aus Regenbogenseide." Und so ging es fort und fort. Niemand konnte Miras Aufgaben erfüllen. Die Brautwerber verließen entmutigt, traurig und manche auch wütend die wunderschöne Prinzessin. Mira lachte nur über sie. Prinz Silbermond war aus einem weit entfernten Land angereist, um um Mira zu werben, doch er verirrte sich in einem dichten und unwegsamen Wald, kurz bevor er am Ziel angekommen war. Plötzlich war der Pfad zu Ende und er wußte nicht mehr, in welche Richtung er sich wenden sollte. Da vernahm er aus der Nähe eine Stimme: "Edler Herr, Edler Herr! Ich bin gestürzt, helft mir doch bitte auf!" Der Prinz ritt um einen Busch herum und sah ein altes Weiblein, schwer bepackt mit einem vollen Klaubholzkorb am Boden liegen. Schnell sprang er vom Pferd und half der Frau auf. Der Prinz nahm ihr den schweren Korb ab und hob die Alte auf sein Pferd. Den Korb trug er selbst. "Ich bringe dich nach Hause." sprach er. "Du hast dich wohl verirrt?" fragte das Weiblein. "Wolltest sicher zum Schloß, die schöne Mira freien." Der Prinz bejahte und fragte die Alte nach dem richtigen Weg. "Der richtige Weg ist stets der Weg des Herzens, mein Sohn. Doch zum Schloß kommst du, wenn du dem kleinen Bächlein folgst, dessen Quelle hinter meinem Haus liegt. Der Prinz dankte der Alten, half ihr noch, das Holz aufzustapeln und machte sich auf den Weg. (Dies ist ein Auszug aus dem Märchen Mondrose aus dem gleichnamigen Märchenbuch, welches neben zahlreichen Märchen auch einige Gedichte enthält.)